Freitag, 24. Juli 2009

Bau eines Hamburger Mattenfilters





Günstig und effektiv
Der Hamburger Mattenfilter, kurz HMF genannt, ist bei vielen Aquarianer seit Jahrzehnten sehr beliebt. Er bietet einige Vorteile: das Material ist günstig, die Bauzeit gering, er ist sehr effektiv in seiner Leistung bei geringer Wartung und - besonders für Züchter und Halter kleiner Fische oder Wirbelloser interessant - er saugt keine Tiere in sein Inneres.

Das Material:
Kabelkanal 2 x Höhe des Filters/Beckens
Matte in geeigneter Größe
Aquariensilikon
Plexiglasscheibe in geeigneter Größe

Werkzeug:
Säge
Schere/Messer
evtl. Heißluftpistole
Fugenspachtel oder für Fingerarbeiter wie mich Einmalhandschuhe ;-)

Der Bau
Glücklicherweise teilen sehr viele Aquarianer ihre Tricks und Kniffe mit Gleichgesinnten und man findet beinahe unzählige Bauanleitungen für den HMF im Netz. Ich fasse hier kurz zusammen, wie ich bei dem Bau vorgehe.
Je nachdem, wo der Filter angebracht werden soll (beliebt ist die Anbringung an einer Seiten- oder der Rückwand; auf den Fotos sieht man einen Bau über Eck), werden die passend zugeschnittenen Kabelkanäle (das tiefere Teil) mit Silikon angeklebt. Natürlich muss das Glas sauber sein, damit sie Silikonnaht hält.
Die Filtermatte wird nun passgenau eingesetzt. Am besten wartet man damit, bis das Silikon zumindest soweit getrocknet ist, dass die Schienen nicht verrutschen. Besonders bei der Eckvariante ist das unumgänglich, da die Spannung der gebogenen Matte die Konstruktion zerstören würde.
Wenn das ganze richtig durchgetrocknet ist (Angaben Silikonhersteller) wird das Becken mit klarem Wasser gespült und man kann eine Pumpe oder einen Luftheber dahinter anbringen - und schon ist der Filter fertig.












Kleine Verbesserung
Da ich in den meisten meiner Becken Sand als Bodengrund verwende, habe ich festgestellt, dass dieser in die Poren der Matte eingezogen wird. Im schlimmsten Fall setzen sich die Sandkörner in der Pumpe fest und legen diese lahm.
Der Sandboden vor der Matte kann sich durch den permanenten Sog so sehr verdichten, dass Pflanzen nicht mehr darin wurzeln können.
Also habe ich bei künftigen "Baumaßnahmen" an Aquarien gleich vorgebeugt:
Ich nehme eine dünne Scheibe Plaxiglas, im Handel oft als Bastlerglas erhältlich, und schneide sie mir passend zu. Die Höhe richtet sich dabei nach der Höhe, in der ich den Bodengrund einbringen möchte. Diese Scheibe wird einfach vor die Matte geklebt und an den Seiten- sowie der Bodenscheibe des Beckens angeklebt. Für die Eckvariante ist es etwas aufwändiger, da die Scheibe geformt werden muss. Ganz dünnes Bastlerglas lässt sich mühelos biegen, bei dem hier verarbeiteten Material war ein Verformen nur durch Erhitzen des Materials möglich. Mit der Heißluftpistole gelingt das ganz einfach. Aber Vorsicht: Es ist angeraten, bei dieser Arbeit Handschuhe zu tragen. Außerdem muss man darauf achten, dass das Material nicht zu sehr erhitzt wird, sonst ist ein gezieltes Informbringen kaum mehr möglich.
Ein paar Arbeitsschritte mehr, die sich meiner Ansicht nach aber vollends lohnen...
Viel Spaß beim Ausprobieren :-)

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