Sonntag, 9. Mai 2010

Das Sydney Aquarium - Teil 2







Der absolute Höhepunkt für mich im Sydney Aquarium waren die Meerwasserbecken. 2004 war lediglich ein Becken vorhanden, das mit Haien und Stachelrochen besetzt war. Nun wurde ein zweites Becken geöffnet, in dem viele Meeresbewohner von Schildkröten bis Dugongs (Dugong dugon; Seekuh) leben.

Der beste Teil sind die begehbaren Aquarien-Tunnel. Es ist ein tolles Abenteuer, direkt unter Haien, Schildkröten, Seekühen und vielen tropischen Meeresfischen hindurch zu laufen. Die Tunnel sind voller Leben und nur ein Tauchgang im Great Barrier Reef kann dieses magische Erlebnis toppen.
Die Tunnel sind niedrig genug, so dass man das Glas über seinem Kopf berühren kann, wenn ein Hai oder Rochen vorbei schwimmt. Es entsteht der Eindruck, als würde man das Tier direkt berühren.

Der südliche Ozean wird in einem großen Ozeanum gezeigt, das große Fischschwärme und verschiedene Arten von Haien und Rochen beherbergt. Der größte Hai in diesem Becken ist der Sandtigerhai (Carcharias taurus), der über 3,5 Meter lang und rund 300 kg schwer ist. Er ist eine der Hauptattraktionen des
Sydney Aquarium.
Der Sandtigerhai ist in der Natur gefährdet, da er in der Vergangenheit aufgrund seines gefährlichen Aussehens stark bejagt wurde. Tatsächlich ist er für Menschen relativ harmlos und inzwischen sehr selten.


Das Great Barrier Reef ist Heimat von rund 1500 Fisch- und 500 Korallenarten. Viele davon werden im 2 Millionen-Liter-Becken des
Sydney Aquarium gezeigt, welches das größte Becken der Welt ist, das die enorme Artenvielfalt dieses Lebensraumes präsentiert. Farbenfrohe Korallen und Anemonenfische, Drückerfische, Doktorfische und Kaiserfische sausen umher und halten plötzlich an, um sich von einem winzigen Putzerfisch säubern zu lassen. Außergewöhnlich schöne Rotfeuerfische (Pterois volitans) schweben über Korallenformationen auf der Suche nach der nächsten Mahlzeit und wild gezeichnete Hummer scheinen sich elegant im Rhythmus der klassischen Musik, die im Hintergrund spielt, zu bewegen.

Insgesamt ist das Sydney Aquarium eine der besten Attraktionen, welche man nicht verpassen sollte, wenn man Australien besucht. Es ist eine Freude, die vielen Tierarten in schön gestalteten Aquarien zu beobachten und dazu gute Informationen zu erhalten. Die Möglichkeit, die Eintrittskarte mit einem weiteren Ausflugsziel, direkt neben dem Sydney Aquarium, zu verbinden rundet den erlebnisreicher Tag ab: Das Sydney Wildlife World ist ein kleiner Zoo, der viele australische Tierarten, von Kängurus über Wombats bis hin zu Koalas, zeigt.
Wer also in Sydney ist, sollte den Besuch im
Sydney Aquarium nicht verpassen.

Das Sydney Aquarium - Teil 1

Das Sydney Aquarium - Teil 2
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Das Sydney Aquarium - Teil 1








Im nachfolgenden könnt ihr einen »Gastbeitrag«, den mir meine Schwester dankenswerter weise für den Blog geschrieben hat, lesen. Die Übersetzung ist natürlich nicht wortwörtlich, sondern eher »frei Schnauze«, wobei ich mich selbstverständlich bemüht habe, den englischen Originaltext nicht zu versemmeln ;-) Auch die Fotos hat Steffi mir zur Verfügung gestellt. Vielen Dank Steffi - du hast das Prädikat »Lieblingsschwester« verdient :-)


Aber jetzt: Ab auf einen Rundgang im Sydney Aquarium...


Ein Leitfaden für das Sydney Aquarium

von Steffanie Nies

Seit meinem ersten Besuch im Sydney Aquarium in 2004 bin ich von der gewaltigen Artenvielfalt, die dort gezeigt wird, beeindruckt. Um ehrlich zu sein, sieht das Sydney Aquarium von außen ziemlich klein aus, was aber sehr täuscht. Als eine der größten Touristenattraktionen der Stadt ist das Sydney Aquarium stets gut besucht, so sollte man seinen Besuch am besten außerhalb der Schulferien planen.

Das
Sydney Aquarium hat vier verschiedene Bereiche, die die Australische Unterwasserwelt in nördliche und südliche Flüsse sowie nördliche und südliche Ozeane aufteilt. Australien ist bekannt für seine rauhen Umweltbedingungen mit extremer Dürre und saisonbedingten Überflutungen. Es mag verblüffen, dass unter diesen Umständen Überleben möglich ist.
Das selbe gilt für die Unterwasserwelt: In einigen Regionen des Landes trocknen Flüsse und Seen während der Trockenzeit völlig aus, die sich allerdings rasch wieder füllen, sobald die Regenzeit beginnt. Das macht die Arten, die in diesen Gewässern leben einzigartig.


Eins der bekanntesten im Wasser lebenden Tiere Australiens ist in den südlichen Wassersysteme des Landes zuhause. Es ist zwar ein Säugetier, legt aber Eier und hat einen Schnabel wie eine Ente. Natürlich ist die Rede vom Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus). Schnabeltiere leben ausschließlich in Australien und sind in der Natur schwer zu beobachten, da sie sehr scheu sind und ihren Bau nur nachts verlassen.
Das
Sydney Aquarium zeigt Schnabeltiere in einem Aquarium, in welchem das Licht während des Tages gedämmt ist, so dass die Tiere zu den Öffnungszeiten aktiv sind. Es ist faszinierend, sie zu beobachten.
Die südlichen Flüsse (besonders das Murray Darling-Flusssystem, das größte Australiens) sind Lebensraum von 34 Fischarten, die nur hier vorkommen. Das Sydney Aquarium hält viele dieser Fische, vom riesigen Kabeljau (bis zu 113 kg schwer und 1,8 m lang) über kleine Regenbogenfische bis hin zu Galaxien (Stintartigen).
Die nördlichen Flüsse unterliegen extremen Schwankungen: In der Regenzeit (November bis April) werden die Flüsse überflutet, während sie zur Trockenzeit (Mai bis Oktober) völlig austrocknen können. Doch das ist nicht der einzige Wechsel, mit dem die Lebewesen klar kommen müssen. Mit dem schwindeten Wasser in der Trockenzeit strömt Salzwasser aus dem Ozean in die Bäche und Flüsse.

Ein Fisch, der sich diesen Begebenheiten angepasst hat, ist der Barramundi (Lates calcarifer). Während erwachsene Barramundis sowohl in Salz- als auch in Süßwasser überleben können, benötigen Eier und Larven Salzwasser. Eine andere sehr interessante Tatsache ist, dass alle Barramundis als Männchen zur Welt kommen. Ihre sexuelle Reife erreichen sie im Alter von rund 3 Jahren, nun pflanzen sie sich etwa 2 Jahre lang als Männchen fort, bevor sie sich zu Weibchen umwandeln. Die Weibchen können bis zu 1,2 m lang werden und ein Gewicht von 50 kg erreichen.

Teil 2

Samstag, 24. April 2010

Infotag und Börse der DCG Region Rheinland








Am vergangenen Sonntag, dem 18. April, fand von 11 bis 15 Uhr der 29. Infotag mit (Tausch)börse für Aquaristik und Terraristik der Deutschen Cichliden-Gesellschaft e. V. (DCG) Region Rheinland im Gustav-Heinemann-Haus, Waldenburger Ring 44, Bonn-Tannenbusch statt.

Obwohl das nicht gerad »um die Ecke« ist, beschloss ich, dort vorbei zu schauen. Nicht zuletzt, weil ich von einer befreundeten Aquarianerin Obdach für das ganze Wochenende inkl. Becken zur vorübergehenden Unterbringung meiner Neuerwerbe angeboten bekam. Den Samstag gestalteten wir abwechslungsreich mit dem Besuch einiger Händler in der Umgebung und am Sonntag stand natürlich die Börse auf den Programm.


Obwohl wir recht früh ankamen, war diese schon gut besucht und in einigen Gängen wurde es wirklich eng. An manchen Verkaufsanlagen half nur geduldiges Warten, bis man an die Scheiben der Verkaufsbecken vordringen und einen Blick in selbige werfen konnte. Die rund 500 Quadratmeter Fläche wurde gut genutzt und so konnten viele Züchter ihre Nachzuchten feil bieten. Das Angebot war sehr vielfältig: Neben einer guten Auswahl an Fischen, die von Barschen über Lebendgebärende, verschiedenste Welse bis hin zu Ährenfischen reichte, fand man auch einige Wirbellose (Krebse, Garnelen und Schnecken) fürs Aquarium. Auch das ein oder andere »Schmankerl« wurde geboten - sei es eine besonders hübsche Zuchtform oder aber selten zu erhaltende Wildformen. Daneben wurde reichlich Zubehör angeboten - von Kleinteilen bis zu Aquarien war einiges vertreten. Auch Pflanzen, Literatur und selbst Futtertieransätze fehlten nicht.

Terraristikfreunde kamen sicher ebenfalls nicht zu kurz. Auch für dieses Hobby reichte das Angebot von Tieren über Zubehör bis hin zu Futtertieren. Am Infostand der DCG konnte man sich nicht nur über den Verein informieren lassen, sondern bekam außerdem Broschüren verschiedenster Hersteller rund ums Hobby und sogar Proben von Fischfutter und Wasseraufbereiter.
Versüßt wurde der Aufenthalt durch eine Kuchentheke, an der es selbstverständlich auch den dazugehörigen Kaffee gab.
Insgesamt eine lohnenwerte Börse, wenn man Wert auf Anbieter legt, die über Fachwissen verfügen und dem Interessenten gerne Auskunft geben.

Donnerstag, 18. März 2010

Dekapsulierte Artemia







Artemia-Nauplien sind aus der Fischzucht kaum noch wegzudenken. Die gute Lagerfähigkeit der Artemia-Dauereier und das leichte Erbrüten machen es einfach, stets ausreichend kleines Lebendfutter für Jungfische parat zu haben.
Doch eine Sache ist recht störend - besonders, wenn man größere Mengen der Nauplien erbrüten möchte: Die leeren Eischalen, die sich zwar stets an der Wasseroberfläche ansammeln, eine hundertprozentige Trennung von Schalen und Nauplien dennoch kaum zulassen.
Mit ein paar Handgriffen lässt sich jedoch auch dieses Problem lösen. Um die Dauereier von der Eischale zu befreien, benötigt mal lediglich etwas Chlorbleiche und Essig. Man kann die entkapselte Eier entweder gleich verfüttern oder nach herkömmlicher Methode erbrüten.

So wird´s gemacht:
Die gewünschte Menge Dauereier gibt man in ein Glas mit gut schließendem Deckel, dazu einen Schluck Chlorbleiche (ich verwende DanKlorix) und schüttelt das Ganze einige Minuten kräftig durch. Die anfänglich bräunlichen Eier zeigen sich rötlich, wenn sie von der Schale getrennt sind. Die Schalen lösen sich dabei auf, die Flüssigkeit verfärbt sich orange.
Über ein Artemiasieb werden die Eier von der Chlorbleicht wieder getrennt, mit klarem Wasser abgespült und anschließend in ein Essigbad gestellt (Essig neutralisiert die Chlorbleiche). Nachdem man das Artemiasieb eine Weile im Essigbad geschwenkt hat, spült man die nun dekapsulierte Eier nochmals mit klarem Wasser und kann sie verfüttern oder erbrüten.

Wie immer im Umgang mit Chemikalien sollte man etwas Vorsicht walten lassen. Die Dämpfe sind toxisch und sollten nicht eingeatmet werden. Auch Hautkontakt mit der Chlorbleiche sollte vermieden werden - aber das versteht sich eigentlich von selbst.

Nachdem sich Berichte häufen, dass Jungfische durch aufgenommene Eischalen an Darmverschlüssen verendet sind, hat natürlich auch der Handel mit einem entsprechenden Angebot reagiert. Man bekommt entkapselte Artemiaeier in unterschiedlichen Packungsgrößen beim gut sortierten Fachhändler.

Samstag, 13. März 2010

Arbeiten mit Ton

Der benötigte Ton und verschiedene Werkzeuge zum Bearbeiten:


Hier trocknen die Werkstücke:



Blick in den Brennofen. Bei Temperaturen um 1000° C glühen die Tonstücke:


Hier ein Futterhaken im Einsatz mit einer Salatgurke:




Ob Laichkegel für Discus, Höhlen für Welse und Wirbellose, sogenannte Toniglus für Buntbarsche, Futterhaken zum Beschweren von Salat, Gurke und Co. oder Stäbe und »Steine«, die dazu dienen, Aufsitzerpflanzen am Boden des Aquariums zu halten - allerlei Nützliches lässt sich mit einem gut formbaren Material wie Ton für das Hobby herstellen.

Natürlich müssen die Werkstücke gebrannt werden, damit sie wasserbeständig sind. Brennöfen gibt es zwar in unterschiedlichen Preisklassen, doch auch die niedrigpreisigen dürften die Hobbykasse der meisten Aquarianer stark strapazieren. Wird nur eine geringe Menge Dekostücke benötigt, ist die Anschaffung eines solchen Gerätes absolut unwirtschaftlich. Man tut gut daran, sich vorab zu erkundigen, ob und zu welchem Preis man seine Werkstücke brennen lassen kann. Einige Bastelläden bieten diesen Service an; auch in Volkshochschulen, die Töpferkurse im Programm haben, kann man sich erkundigen.


Töpfer- oder Hobby-Ton bekommt man in nahezu jedem Bastelgeschäft in unterschiedlichen Gebinden und Farben. Auch hilfreiches Zubehör zum Bearbeiten des Tons bekommt man hier. Mit etwas Fantasie findet man aber auch geeignete Gegenstände im Haushalt, die einem beim Bau der gewünschten Dingen dienlich sind. Das weiche Material lässt sich gut formen und setzt der Kreativität beim Basteln kaum Grenzen. Lediglich sehr große Gebilde werden leicht instabil (auch beim Trocknen und Brennen können sie noch zerstört werden). Häufig sorgen aber schon die Maße der Brennkammer dafür, dass man nicht als »Caesar der Tonstadt« in die Geschichte eingeht :-) Wer den Brennservice eines Dienstleisters in Anspruch nimmt, sollte also auch im Vorfeld klären, wie groß die Stücke werden dürfen.

Was das Bearbeiten angeht, muss sicher jeder seine Methode finden. Mit ein bisschen Übung hat man schnell den Dreh raus, welche Handhabung einem am ehesten liegt. Man kann den Ton verarbeiten wie Knetmasse oder auch wie einen Teig ausrollen und schneiden.
Prinzipiell ist darauf zu achten, dass man keine Lufteinschlüsse im Material hat, denn diese können beim Trocknen und Brennen zum Bersten der Werkstücke führen. Nahtstellen müssen gut miteinander verbunden werden - hier ist es hilfreich, die Stellen mit nassen Händen zu bearbeiten.

Nach Fertigstellung müssen die getöpferten Gegenstände erst einmal richtig austrocknen. Je nach dicke des Materials und Größe der Stücke dauert dies einige Tage bzw. Wochen. Es ist darauf zu achten, dass das im Ton befindliche Wasser nicht zu schnell entweicht - also ist ein warmer Heizungsraum nicht gerade ein idealer Platz zum Trocknen, auch wenn es sicher schneller gehen würde als in einem unbeheizten Raum. Diese ziehe ich zum Trocknen vor. Die Werkstücke legt man auf stabile Unterlagen (ich benutzt, wie auf den Fotos zu sehen ist, stabelbare Körbe, die ich mit einem Stück Pappe ausgelegt habe) und deponiert sie an einem geschützten Platz - Katzenhalter wissen, wovon ich schreibe ;-)

Das Brennen ist dann der nächste Schritt. Sind die Stücke ausreichend getrocknet, steht das Haltbarmachen durch den Brenngang bevor. Ton wird i. d. R. bei um die 1000°C gebrannt - hier spricht man vom Roh- bzw. Sprühbrand. Sind die Werkstücke ausgekühlt, kann man sie im Aquarium einsetzen.


Mittwoch, 10. März 2010

Der Querbandhechtling Epiplaty dageti




Das Jahr 2010 hat für mich mit einer weiteren Fischart begonnen. Am 2. Januar zogen 13 kleine, im Durchschnitt 1,5 cm messende Epiplaty dageti monroviae bei mir ein. Von der Färbung her war lediglich bei einem Exemplar ein kleiner Unterschied zu den anderen Fischkindern auszumachen.
Die Jungfische bezogen ein etwa 40 Liter fassendes Becken, das über HMF gefiltert wird und neben Ohrgitterharnischwelsen Otocinclus macrospilus ein paar wenige Algengarnelen beherbergt.
Schon die Jungfische zeigten das arttypische Verhalten - sie standen oft minutenlang in Lauerhaltung dicht unter der Wasseroberfläche, vorzugsweise unter Schwimmpflanzen, und hofften auf Anflugfutter.

Der Querbandhechtling ist ein recht anspruchsloser westafrikanischer Killifisch, der häufig als Anfängerart empfohlen wird. Er fühlt sich bei Temperaturen von etwa 20 bis 23° C wohl, bevorzugt nicht zu hartes (bis 10° dGH) und leicht saures Wasser mit einem pH-Wert um 6 bis 6,5. Ausgewachsen sollen die Tiere etwa 7 cm Länge erreichen.

Mit Lebendfutter (ich war erstaunt, welch große Futtertiere die kleinen Fischchen bewältigen konnten), Frost- und auch Flockenfutter wuchsten die Tiere gut und gewannen zunehmend an Farbe. Heute (10. März 2010) habe ich die Fische in ein Aquarium mit einer Kantenlänge von 150 cm umgesetzt. Sie messen nun 2,5 bis 4 cm, wobei die Männchen allesamt größer als die Weibchen sind. Auch in der Färbung und Beflossung ist nun ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern zu sehen. Es sind 9 weibliche und 4 männliche Tiere, die bislang sehr verträglich sind. Im Alter soll E. dageti etwas unverträglich gegen Artgenossen werden. Das große Becken, ist gut bepflanzt und strukturiert und sollte ausreichend Möglichkeiten bieten, damit sich die Fische aus dem Weg schwimmen können.
Im kleinen Becken konnte ich bereits vor etwa zwei Wochen erstes Balzverhalten beobachten. Ob sie auch schon abgelaicht haben, werde ich sehen... :-)

Samstag, 13. Februar 2010

Die Apfelschnecke Pomacea bridgesii





Eine bei Aquarianern sehr beliebte Schnecke ist die Apfelschnecke P. bridgesii, die sich in vielen Becken wohl fühlt und mit einer breiten Palette Fischen und anderen Wirbellosen vergesellschaftet werden kann.
Diese hübsche Schnecke stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie stehende oder nur schwach fließende, warme, pflanzenreiche Gewässer bewohnt. Das Häuschen der Naturform ist braun-beige gestreift, im Hobby haben jedoch besonders die Farbzuchtformen ihre Liebhaben gefunden. Während bei Farbformen wie rosa und lila das Streifenmuster erhalten blieb, sind gelbe, weiße und blaue Apfelschnecken unifarben. Der Fuß ist bei einigen Sorten hell, bei anderen wiederum dunkel.
Die etwa 6 cm groß werdende Schnecke vergreift sich nicht (wie P. canaliculata und P. haustrum) an der Bepflanzung. Lediglich weiche Pflanzenteile können gefressen werden - allerdings ist das in einem gut bepflanzten Aquarium und bei guter Fütterung nicht auffallend. Einige Apfelschnecken scheinen zudem eine Vorliebe für Wasserlinsen zu haben.
Neben pflanzlicher Kost in Form von Algen(futter), Herbstlaub/Detritus, Obst und Gemüse mögen Apfelschnecken auch tierische Beikost. Frostfutter oder Flockenfutter, natürlich auch Futtertabletten, werden gerne angenommen. Apfelschnecken sollte man auf jeden Fall gezielt mit Nahrung versorgen, da ihnen die Futterreste ihrer Mitbewohner nicht ausreichen.


Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 30° C liegen, der pH-Wert scheint von untergeordneter Rolle zu sein (zwischen 6,5 bis 8,5 ist man sicher in einem guten Bereich). Die Wasserhärte ist allerdings ein nicht unwichtiger Faktor. Zwar kommen die Tiere auch in weichem Wasser zurecht - allerdings leidet irgendwann das Haus unter dem Mangel an Kalk und wird unschön, wenn man keine geeignete Gegenmaßnahme ergreift.
Da Schnecken das benötigte Kalzium zu einem großen Teil aus ihrer Nahrung decken, kann man durch Zufüttern »kalkhaltiger« Mittel vorbeugen. Dazu geeignet sind beispielsweise Sepiaschalen (im Zoohandel beim Vogelzubehör zu finden), Schalen von gekochten Eiern (oder abgekocht) oder auch Heilerde. Diese nehme ich gerne, um sie in den Futterbrei zur Herstellung von Spirulinasticks zu mischen. Auch nach jedem Wasserwechsel gebe ich eine kleine Menge Heilerde ins Wasser. Wenn man das Pulver auf ein Blatt gibt, verschwindet es nicht im Bodengrund und wird meist schon nach kurzer Zeit von den Schnecken aufgesucht.


Auch wenn einige Schnecken-Liebhaber diese Tiere in Artbecken halten, findet man sie doch meistens in Gesellschaftsbecken. Apfelschnecken stellen für tierische Mitbewohner keine Gefahr dar - lediglich Fischlaich bereichert ihren Speiseplan. So ist nur darauf zu achten, dass auch den Schnecken keine Gefahr droht.
Fische deren Interesse u. a. den Fühlern der Schnecken gilt, sind nicht zur Vergesellschaftung geeignet. Die Schnecken würden durch die ständigen Störungen ihr Häuschen nicht mehr verlassen und so keine Gelegenheit zur Nahrungssuche haben. Große Fische können den Schnecken gar Fleischwunden zuführen. Auch große Krebse sind keine guten Mitbewohner für ein Aquarium mit Apfelschnecken. Wie es mit der Raubschnecke Anentome helena aussieht, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich halte die Arten jedoch lieber getrennt voneinander.

Bei mir leben Apfelschnecken in Gesellschaft von Garnelen, Zwergkrebsen und diversen friedlichen Fischen - von Bärblinge über Killifische, Welse bis hin zu Skalaren (WGs mit anderen großen Barschen waren allerdings nicht erfolgreich und mussten zum Wohl der Schnecken aufgelöst werden).

Wie bei den meisten Wirbellosen dürfen keine kupferhaltigen Medikamente zum Einsatz kommen. Wirbellose reagieren sehr empfindlich darauf. Oft enden solche Behandlungen für die Schnecken tödlich.


Die Vermehrung der Apfelschnecke habe ich in einem gesondertem Beitrag beschrieben.

Die Fortpflanzung der Apfelschnecken






Apfelschnecken Pomacea bridgesii sind getrenntgeschlechtlich - zur Zucht benötigt man also mindestens ein Paar. Leider ist die Unterscheidung der Geschlechter nicht gerade einfach. Das Männchen hat rechts einen Penis (Siphon links), der allerdings nur wärend der Paarung sichtbar ist. Bei einigen Tieren mit hellem Gehäuse kann man in der zweiten Gehäusewindung einen dunklen Fleck ausmachen - dies ist der Eierstock. Es handelt sich also um ein weibliches Tier.

Geschlechtsreif sind Apfelschnecken ab einem Alter von etwa 4 Monaten - meist jedoch später. Kann man kein sicheres Paar bekommen, nimmt man eine ausreichende Anzahl Individuen, um sicher zu stellen, dass man Tiere beiderlei Geschlechts hat.

Die Eier werden in Eipaketen oberhalb des Wasserspiegels abgelegt. Daher sollte das Becken nie bis zum Rand mit Wasser gefüllt sein. Meist nutzen die Schnecken die Scheiben oder legen ihre Eier in der Abdeckung ab.
Die Eihülle trocknet bald nach der Ablage und bildet so einen guten Schutz für die sich entwickelnden Eier.
Je nach Umgebungstemperatur entwickelt sich der Schneckennachwuchs innerhalb von 2 bis 4 Wochen. Das Gelege wird brüchig und die jungen Schnecken, die nur etwa 5 mm Gehäusedurchmesser haben, können das Laichpaket verlassen. Zielstrebig begeben sie sich ins Wasser um auch gleich Nahrung zu sich zu nehmen. In einem nicht zu sauber gehaltenem Becken finden sie ausreichend zu fressen. Ein Zufüttern der Jungtiere ist nicht nötig, sie nehmen die gleiche Kost wie ihre Eltern an.
Allerdings sind für die noch winzigen Jungschnecken bereits kleinere Mitbewohner wie etwa Zwergkrebse eine Gefahr.
Gelegentlich kommt es vor, dass sich die Laichballen von der Unterfläche lösen und ins Wasser fallen. Sofern man sie schnell wieder heraus nimmt, kann man sie auf ein Stück Styropor (oder anderes schwimmfähiges Material) legen und auf der Wasseroberfläche treiben lassen, bis die Jungen geschlüpft sind.

Samstag, 23. Januar 2010

Der Ohrgitter-Harnischwels




Dieser kleine, im Schnitt 4 cm Länge erreichende Geselle gehört zum Standardsortiment im Zoohandel. Noch immer ist die gängige Bezeichnung im Handel Otocinclus affinis, obwohl es längst bekannt ist, dass diese Bezeichnung falsch ist. Der Fisch, der ursprünglich den Namen O. affinis trug ist zwischenzeitlich gar in eine andere Gattung (Macrotocinclus) gestellt worden.
Bei den meisten unter dem Namen O. affinis angebotenen Tieren dürfte es sich um O. hoppei handeln. Auch O. vittatus und O. macrospilus sind häufig im Handel anzutreffen. Da einige Arten nicht gerade leicht zu unterscheiden sind und man selten das Fanggebiet in Erfahrung bringen kann (was auch nur ein Stück weit helfen würde), kann man nicht immer mit Sicherheit sagen, welchen Fisch man vor sich hat.

Fische der Gattung Otocinclus sind im Anazonas sowie seinen Nebenflüssen beheimatet - in Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Paraguay, Peru und Bolivien.
Auch wenn der Ohrgitter-Harnischwels in der Haltung recht anspruchslos in Bezug auf die Wasserwerte ist, tut man gut daran, ihn in weichem und sauren Wasser zu halten.

Der pH-Wert kann zwischen 5 und 7 betragen, die Gesamthärte von sehr weich (unter 4° dGH) bis mittelhart (12° dGH). In Bezug auf die Temperaturen werden meist um die 24° C empfohlen - häufig bis hin zu 27° C. Diese kann aber getrost unterschritten werden. Auch bei ca. 20° C fühlen sich die Tiere wohl. Für die Zucht sollen Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht sehr förderlich sein. Bislang habe ich mich der Zucht meiner »Otos« noch nicht gewidmet - Versuche stehen also noch aus...

Aufgrund ihrer geringen Größe sind sie gut auch in kleineren Becken zu pflegen. Ihr friedfertiges Wesen macht sie zudem zu geeigneten Mitbewohnern in Garnelenbecken. Da es sehr gesellige Fische sind, die in der Natur in Gruppen von Hunderten oder gar Tausenden angetroffen werden, sollte man sie keinesfalls einzeln halten - eine Gruppe von 5 Tieren sollte es wenigtens sein. Daher darf das Becken selbstverständlich nicht allzu klein gewählt werden.

Obligatorisch bei der Einrichtung sind natürlich (Moorkien-)Wurzeln. Einige Steine, auf denen sich Algen bilden können und Rückzugsmöglichkeiten in Form von Pflanzen und Laub runden die Einrichtung der vorwiegend nachtaktiven Tiere ab.
Als Aufwuchsfresser sollte Otocinclus auch im Aquarium mit ausreichend pflanzlicher Kost versorgt werden. In den wenigsten Becken wachsen ausreichend Algen, so dass man ums Zufüttern nicht herum kommt. Tablettenfutter mit einem hohen Anteil pflanzlischer Bestandteile und gelegentlich Frostfutter (Mückenlarven etwa) werden gut angenommen. Auch Salatgurken können gereicht werden. Hier habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich die Otocinclus nicht gerade darüber her machen, wie etwa meine Ancistrus. Das sollte man einfach ausprobieren.

Um ausreichend Algen bieten zu können, bietet es sich an, in einem separaten Behälter (Gurkenglas an einem hellen Ort aufgestellt) einige Steine oder Schieferplatten veralgen zu lassen. Die Steine können dann einfach in das Haltungsbecken gelegt werden. Sobald sie abgeweidet sind, kann man sie zurück in die »Algenzucht« geben. Wer mehrere Steine auf diese Weise veralgen lässt und zum Abweiden nur einige davon entnimmt, so dass im Glas immer ein paar veralgte Steine zurück bleiben, sollte stets solche Leckerbissen für seine Fische zur Verfügung haben. Übrigens ist das auch eine gute Methode, seine Garnelen mit ausreichend Algenkost zu versorgen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Gattung Otocinclus häufig als empfindlich beschrieben wird. So sollen die Tiere in Bezug auf das Umsetzen sehr heikel sein und manchem Aquarianer starben gerade erworbene Tiere binnen weniger Tage komplett weg. Ich pflege meine Otocinclus nun seit mehreren Jahren und bin auch schon mehrfach mit ihnen umgezogen. Dabei ist mir kein einziges Tier gestorben, obwohl ich beim Umsetzen keine besonderen Vorkehrungen getroffen habe.
Vielleicht liegt es an der Verfassung der einzelnen Tiere. Man sollte beim Kauf also auf gut genährte (leider sind im Handel auch richtig magere Tiere zu finden) Tiere achten und sie auch im eigenen Aquarium nicht einfach als »Algenfresser« ansehen, sondern ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Der Javafarn, Microsorum pteropus




Der Javafarn, Microsorum pteropus, stammt aus dem tropischen Asien, wo er weit verbreitet ist. Es handelt sich zwar um eine Pflanze, die in der Natur nur zeitweise submers (unterwasser) lebt - nähmlich dann, wenn die Fließgewässer, die er bevölkert, überschwemmt sind, doch auch dauerhaft unter Wasser kultiviert gedeiht der Javafarn sehr gut und bildet viele Ablegerpflanzen. Er vermehrt sich sowohl durch Ableger, die sich am starken Rhizom bilden, als auch über Ablegerpflänzchen, die sich auf den Blätter der Mutterpflanze bilden.
Da der Javafarn nicht direkt im Bodensubstrat wurzelt - zumindest liegen die Rhizome stets frei - sondern auf Wurzeln, Steine oder sonstigen Gegenständen mittels seiner Wurzeln haftet, eignet er sich natürlich bestens zum Aufbinden. In das Bodensubstrat eingesetzt würde das Rhizom kümmern und die Pflanze letztenendes absterben.
Gerade seine zahlreichen Zuchtformen findet man häufig als Gestaltungselement in sog. Naturaquarien.
Je nach Zuchtform haben die Blätter eine Länge von rund 20 bis 40 cm - sind also eher für mittlere und große Becken geeignet.
Die Pflanzen gedeihen bei einem ph-Wert von etwa 6 bis 8, einer Wasserhärte von rund 6 bis 20° dGH und bei Temperaturen bis zu 28° C. Auch in unbeheizten Becken habe ich Javafarn schon erfolgreich und ausdauernd gepflegt. Da er in der Natur schattige Plätze bevorzugt, kann man den Javafarn gut nutzen, um schwach ausgeleuchtete Bereiche im Aquarium zu begrünen. Auch an die Nährstoffversorgung stellt er keine hohen Ansprüche - ein üblicher Aquarienpflanzendünger bietet ihm alle Nährstoffe für ein schönes Wachstum.