Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Pianoschnecke, Taia naticoides

Die Pianoschnecke ist ein auffallend hübsche asiatische Schnecke, die schon vor einigen Jahren mein Herz und dann natürlich auch eins meiner Aquarien erobert hat. Mit einer Gehäusegröße von 2,5 bis 4 cm ist sie auch gut in kleineren Becken unterzubringen. Die Färbung des Gehäuses ist meist gestreift, woher sich der deutsche Name ableiten lassen dürfte. Es gibt aber auch völlig braune Tiere bzw. statt beige-braun sind diese Schnecken braun-dunkelbraun gefärbt, was nur bei genauem Hinsehen auffällt. 



Meine ersten Pianoschnecken trugen nicht das typische Streifenmuster, sondern waren braun. Leider habe ich derart gefärbte Tiere nicht wieder gesehen.

 
Pianoschnecken sind getrenntgeschlechtlich. Die Unterscheidung der Geschlechter ist recht einfach, denn beim Männchen ist der rechte Fühler verdickt, erscheint meist kürzer, da er nach unten eingerollt/gekrümmt getragen wird, während die Fühler der Weibchen gleich lang und gerade sind. Taia naticoides gehört zu den lebendgebärenden Schnecken. Die Jungtiere habe eine doch beachtliche Größe von ca. 6 mm, wenn sie zur Welt kommen. Über die Intervalle, in denen das Muttertier Junge entlässt, kann ich nichts sicher sagen. Lediglich, dass einige Angaben, die im Net zu lesen sind, sich nicht mit meinen Erfahrungen (und die anderer Haltern) decken. 



 

Die Haltung ist recht einfach. In der Literatur und im Internet findet man sehr unterschiedliche Angaben für die passenden Wasserparameter. Scheinbar sind Pianoschnecken sehr anpassungsfähig. Temperaturen von 23 bis 28°C scheinen ihnen zuzusagen. Der pH-Wert kann sich um den Neutralpunkt (pH 7) bewegen. Ich habe sie auch schon bei schwach saurem ph-Wert gehalten und vermehrt. Ein nicht zu weiches Wasser, Sandboden (die Schnecken vergraben sich zeitweise) und die Haltung im Artbecken oder mit schneckenverträglichen Mitbewohnern erfüllen die Bedürfnisse dieser schönen Tiere.


In punkto Ernährung sind die Pianoschnecken ebenfalls leicht zufrieden zu stellen. Mit handelsüblichen Futtersorten in Flocken-, Tabletten- oder Granulatform kann man sie gut ernähren. Gerne nehmen sie auch Frostfutter an. Ich füttere ab und zu auch frisches Obst oder Gemüse, sehe die Pianoschnecken daran aber nicht oft.
T. naticoides gilt als Filtrierer, das heißt, sie sammelt Nahrungspartikel aus dem Wasser. Diese Information und die Absicht, alles richtig machen zu wollen, veranlasste mich zu Beginn meiner Piano-Haltung, die Tiere täglich in eine Wolke aus gelöstem Spirulinapulver einzuhüllen. Meine ersten Pianos lebten in einem Becken, das nur schwach mit Garnelen besetzt war. Demzufolge waren die Futtergaben auch nicht gerade reichlich. Die Tiere lebten zwar lange, es kamen auch ab und zu Jungtiere zur Welt, die aber leider nie richtig heranwuchsen und irgendwann „verschwunden“ waren. Alles in allem also eher eine unbefriedigende Situation.
Nachdem ich dann einige Zeit keine Pianos mehr hatte, bekam ich von einer netten Aquarianerin das Angebot, ein Pärchen aus ihrer Nachzucht zu übernehmen. Diese Gelegenheit lies ich mir natürlich nicht entgehen und auch nicht die Gelegenheit, ein paar Tipps „aus erster Hand“ zu erhalten. Und wie das halt so ist: Die besten Tipps bekommt man von jenen, die reichlich Erfahrung haben. Seither nebele ich die Schnecken nicht mehr ein, sondern füttere sie gezielt und vor allem reichlich mit Tablettenfutter, Kaninchenpellets, selbstgemachten Spirulinasticks und anderer „deftiger Haufischskost“. Meinen Pianos bekommt´s und sie vermehren sich nun besser. Das Wachstum der Jungtiere ist dennoch langsam in Vergleich mit anderen Schnecken, etwa der Apfelschnecken bzw. Zebra-Apfelschnecken.


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