Mittwoch, 30. Juni 2010

Dario dario - Scharlachroter Zwergblaubarsch




Bereits am 18. April diesen Jahres sind drei junge Dario dario bei mir eingezogen - es ist Zeit, endlich über sie zu berichten.

Der nur rund 3 cm groß werdende Zwergbuntbarsch D. dario kommt ursprünglich aus Indien, wobei die Verbreitung in der Literatur mit West-Bengalen und Assam angegeben wird.
Die Geschlechter kann man bei adulten Tieren gut unterscheiden: Die Männchen haben ein so farbenprächtiges Aussehen, dass sie sich die häufig für sie verwendete Bezeichnung »Juwelen« verdient haben. Die Weibchen hingegen kommen in einem schlichten grauen oder bräunlichem Outfit daher. Soweit so gut, doch wie so oft gibt es einen Harken: Jungtiere sind erst mal allesamt farblos, so dass die Auswahl beim Kauf im Zoogeschäft (sofern man die Tiere dort überhaupt findet), wo meist Jungtiere angeboten werden, nicht gerade einfach ist, will man nur ein Paar erwerben. Erschwerend kommt hinzu, dass sich unterlegene Männchen auch gerne in »Weibchentarnung« zeigen.
Darüber habe ich mir anfangs nicht wirklich Gedanken gemacht - bei drei Tieren und etwas Glück sollte doch ein Pärchen dabei sein... Wie viel Glück ich dabei hatte (denn inzwischen bin ich sicher, dass beiderlei Geschlecht vertreten ist), wurde mir erst nach und nach klar. Leider scheinen gerade bei den D. dario Weibchen eine echte »Mangelware« zu sein.
Von den Haltungsbedingung her ist der kleine Barsch nicht besonders anspruchsvoll: Das Wasser sollte im leicht sauren Bereich und weich sein - so entspricht es den Angaben über die Fundorte. Allerdings habe ich auch von Haltung und Vermehrung in mäßig hartem Wasser gelesen.


Beim Futter
scheinen sie jedoch etwas anspruchsvoller zu sein. Meine nehmen ausschließlich Lebendfutter an. Selbst Frostfutter wird verschmäht. Da es sich um Nachzuchten handelt, die ich von einer befreundeten Aquarianerin bekam, weiß ich, dass die Elterntiere auch Flockenfutter annehme. Man sagt mir nach, ich würde meine Fische zu sehr verwöhnen... ;-) In der Tat hatten sie bislang auch ein stets gutes und abwechslungsreiches Angebot an Lebendfutter, sodass sie nicht in die »Verlegenheit« kamen, Flocken zu probieren.


Obwohl die Fische nicht groß werden, zeigen sie das tpyische Barschverhalten - das sollte man bei der Wahl des Beckens bzw. der Individuenzahl bedenken. Bislang konnte ich nie beobachten, dass sich die Tiere gegenseitig verletzen (und habe auch nichts dergleichen gehört oder gelesen), aber ausreichend Platz, um sich aus dem Weg zu schwimmen, Versteckplätze und Reviermarkierungen sind unbedingt erforderlich. Meine drei Kobolde leben derzeit in einem 50er Standardbecken, das als Artbecken betrieben wird - lediglich ein paar Schnecken haben sich dort einquartiert.

Gefiltert wird über einen HMF, die Einrichtung besteht aus Sand-Kies-Mischung als Bodengrund, Wurzeln, Ästen und ein paar Steinen. Da das Becken nur schwach beleuchtet ist, habe ich als Bepflanzung Moose und Mooskugeln gewählt. Natürlich ist auch in diesem Becken Laub eingebracht. Auf einen Heizstab habe ich verzichtet - die Tiere mögen Temperaturen zwischen 18 und 24°C und eine nächtliche Temperaturabsenkung soll ihnen auch zugute kommen.


Da meine Tiere unterschiedlich alt sind und der Fische, welchen ich für ein Weibchen halte, noch nicht ganz ausgewachsen ist, werde ich wohl noch etwas Geduld aufbringen müssen um mich an der Vermehrung der hübschen Rabauken zu versuchen. Aber auch jetzt schon habe ich viel Freude an ihnen - das hübsche Aussehen, das individuelle Verhalten der Tierchen und auch die geringe Scheu laden zu ausgiebigen Beobachten ein.

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